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Mattensplitter 2009/7
Artikel vom 31.12.2009, Autor: Fritz Reichle, Views: 126, Kommentare: 0
Der Ringerkampftag am Samstag war für den ASV Nendingen in vielerlei Hinsicht ein denkwürdiges Ereignis. Rein sportlich waren natürlich die beiden Siege der 1. und 2. Mannschaft in ihren letzten Heimkämpfen schon ein schöner Erfolg. Wobei diesmal allerdings trotz des Kantersiegs der Bundesligaringer die Nendinger Zweite mehr im Blickpunkt stand. Mit ihrer Ehrung als Meister der württembergischen Verbandsliga wurde eine Erfolgsserie gewürdigt, die wohl ihresgleichen sucht. Vor 3 Jahren stieg der ASV Nendingen II in die Bezirksliga auf. Vor 2 Jahren qualifizierten sich die Donautäler dann in der Aufstiegsrunde für die Landesliga. Im letzten Jahr wurden sie ungeschlagen Meister der Landesliga. Und in dieser Saison schafften sie mit nur einer Niederlage den 4. Aufstieg in Folge in die Oberliga.
Die Erfolge der Ringermannschaften wirken sich nun aber auch immer stärker auf die Vereinsstruktur aus. Am Wochenende konnte der ASV über 20 neue Mitglieder verbuchen. Und so konnte sein Vorsitzender Reiner Schilling am Samstag das Überschreiten der Grenze von 400 Mitgliedern vermelden. Damit ist der ASV Nendingen nun der mitgliederstärkste Ringerverein im Bereich des württembergischen Ringerverbandes. Unter den neu Eingetretenen wurde nach der Bundesligabegegnung das 399., 400. und 401. Mitglied ausgelost und unter Mithilfe von Landrat Guido Wolf mit einem Geschenk bedacht.
Unmittelbar vor Weihnachten war aber noch ein anderer Aspekt von Bedeutung. OB Michael Beck rief zu Spenden im Rahmen der Aktion „Tuttlinger helfen Afrika“ auf, bei der wie auch in 31 weiteren Städten des Landes anlässlich der Fußball-WM 2010 Kindern in Afrika geholfen werden soll. Und so kam in der Mühlauhalle ein ansehnlicher Betrag für diese Aktion und die gleichzeitig durchgeführte Sammlung für Mutpol zusammen.
Und so kam es, dass Ringer-Ass Marc Buschle am Samstag mal in ganz anderer Rolle auftreten konnte. Da der TSV Asperg keinen Gegner gegen ihn stellte, kam er in der 2. Mannschaft kampflos zum Sieg. Dafür machte er sich in einem Aufruf in seiner Eigenschaft als Boschafter für Mutpol stark für die Hilfe für Kinder aus zerrütteten Familien, die durch Mutpol gerade auch an Weihnachten unterstützt werden sollen. Und dann war Marc Buschle während des Bundesligakampfes dann doch noch auch auf der Matte in Aktion, als er in einigen Verletzungspausen den notwendigen Reinigungsdienst auf der Matte übernahm.
Einen ersten zählbaren Erfolg für den Bundesligisten brachte am Samstag das von der Stadt neu eingeführte Parkleitsystem. Hier war der Hinweis auf Parkmöglichkeiten für den „Bundesligakampf am 19.12 in der Mühlauhalle“ angebracht. Davon inspiriert erschienen prompt an der Abendkasse 3 englischsprachige Campus-Studenten, die ihr Kommen zu dem ihnen bis dahin unbekannten Sportwettkampf nach den vielen interessanten Zweikämpfen auf der Matte dann auch nicht bereuten.
Einen besonderen Heiterkeitserfolg erzielte am Samstag Konstantinos Karpouzas. In der 3. Runde erlitt er eine klaffende Kopfverletzung, die mit einem Verband behandelt werden musste. Bei der enormen blonden Lockenpracht des Griechen war dieser turbanähnliche Verband für viele Zuschauer eine besondere Augenweide. Und als der ASV-Ringer unmittelbar darauf enorm aufdrehte und sogar einen Überlegenheitssieg errang, keimte in manch einem Zuschauer der Verdacht auf: „Der braucht wohl erst was auf den Kopf, bevor er seine wahre Leistung bringen kann.
Mattensplitter 2009/04
Artikel vom 19.10.2009, Autor: Fritz Reichle, Views: 354, Kommentare: 0
Der ASV Nendingen hat auch am vergangenen Wochenende eindrucksvolle Erfolge feiern können. Zwar war die zweite Mannschaft als ungeschlagener Tabellenführer in der Verbandsliga diesmal kampffrei, aber die anderen Mannschaften fuhren durchweg Siege ein. Der Erfolg der Bundesligaringer gegen den KSV Seeheim war sicherlich in dieser Höhe nicht zu erwarten. Aber auch die Jugendmannschaft konnte mit zwei Siegen gegen den AB Aichhalden und den KSV Winzeln ihre Chance auf die Meisterschaft in der Bezirksjugendliga wahren. Und die in dieser Saison erstmals aufgestellte III. Mannschaft feierte mit dem klaren Erfolg gegen die KG Weingarten/Friedrichshafen schon ihren 3. Saisonsieg. Das Konzept von Trainer Volker Hirt, mit drei Aktiven-Mannschaften für einen starken Unterbau für den Bundesligakader zu sorgen, scheint also aufzugehen. Insgesamt 36 Ringer sind bisher in dieser Saison für den ASV Nendingen bei den Aktiven in den Rundenkämpfen eingesetzt worden. Das ist sicher eine Größenordnung, mit der nicht viele andere Vereine mithalten können. Umso erfreulicher dann auch, dass zusätzlich auch im Jugendbereich ein weiterer Aufschwung spürbar ist.
Auch die Gäste aus Seeheim waren am Samstag ersichtlich beeindruckt. Sie staunten über die tolle Präsentation der Kämpfe in „dieser Klasse-Halle“ und noch mehr über die Zuschauerzahl, „von der wir nur träumen können“. Und obwohl es auf der Matte für die sympathischen Gäste nicht viel zu erben gab, haben zumindest die mitgereisten Fans „trotz der Niederlage viel Spaß gehabt“.
Einer, der am Samstag vielleicht die größte Genugtuung verspürte, war das Ringer-Ass Marc Buschle. Er hatte in den letzten Monaten nach seinem Ausscheiden aus der Bundeswehr nicht nur mit der beruflichen Neuorientierung zu tun, sondern hatte immer wieder auch mit gesundheitlichen und verletzungsbedingten Problemen zu kämpfen. Kein Wunder, dass es dann auch sportlich nicht immer so lief, wie er sich das selber vorgestellt hatte. Manchen vorschnellen Kritikern hat er mit seinem Auftritt am Samstag den Wind aus den Segeln nehmen können. Dass er gegen den zur Weltspitze zählenden Letten Imants Lagodskis so gut mithalten würde und dass er ihn gar entscheidend besiegen konnte, war vorher nicht zu erwarten gewesen. Zumal ihn seine in Neuss erlittene Verletzung mit einem angerissenen Brustmuskel doch sichtbar erheblich beeinträchtigte. Aber offensichtlich profitiert er auch davon, dass er sich zur Zeit bei seinem Praktikum bei der Firma Karl Leibinger auch beruflich sehr wohl fühlt.
Wenn am kommenden Samstag die ASV-Ringer gemeinsam mit den Fans die Fahrt nach Hausen-Zell antreten, dann werden im Bus auch zwei Nendinger sitzen, die sich nicht nur auf das zu erwartende spannende Ringer-Derby zwischen den Wiesentälern und den Donautälern freuen werden. Altmeister Rolf Schullian und sein ebenfalls als Ringer erfolgreiche Sohn Gert waren in der letzten Saison bei dem um den Aufstieg entscheidenden Kampf der RG Hausen-Zell gegen den AB Aichhalden glückliche Gewinner einer Tombola. Und so kommen sie nun vor dem Kampf in den Genuss eines Sechs-Gänge-Menüs in einem renommierten Schwarzwald-Hotel.
Mattensplitter 2009/03
Artikel vom 05.10.2009, Autor: Fritz Reichle, Views: 321, Kommentare: 0
Das vergangene Wochenende war für den ASV Nendingen ganz besonders bemerkenswert. Die Jugendmannschaft holte sich mit zwei Siegen die Tabellenführung in der Jugendbezirksliga. ASV Nendingen II erwies sich in der württembergischen Verbandsliga als Mannschaft der Stunde und liegt nach den beiden Siegen in Schwäbisch Hall und gegen Weilimdorf klar an der Tabellenspitze. Und die Bundesligamannschaft erreichte das von Trainer Volker Hirt angepeilte Wunschziel von der langen Fahrt nach Neuss und Mainz möglichst einen Sieg und damit zwei wichtige Punkte ins Donautal zu bringen.
Und fast hätte es sogar noch in Mainz einen weiteren Sieg gegeben. Das aber verhinderte zum einen der verletzungsbedingte Ausfall von Marc Buschle und zum anderen ein zumindest fragwürdiges Taktieren des ASV Mainz, das die Grenzen der Wettbewerbsverzerrung zumindest tangiert. Vor den beiden siegreichen Heimkämpfen gegen den KSV Aalen und den ASV Nendingen erklärte die Vereinsführung in aller Öffentlichkeit, dass hier zum ersten und gleichzeitig auch zum letzten Mal in dieser Saison die stärkstmögliche Mannschaft mit allen eingeflogenen ausländischen Stars aufgeboten würde. Dann aber würde sich Mainz „mangels finanzieller Möglichkeiten aus dem Play-Off-Rennen verabschieden“ und sich mit schwächerer Aufstellung auf den Klassenerhalt beschränken. Die nächsten Gegner der Mainzer werden sich freuen, die Nendinger aber bekamen noch einmal den Irrsinn der finanziellen Hochstapelei mancher Vereine zu spüren. Ob das im Sinn der sportlichen Fairness und der Wettbewerbsgleichheit ist, müsste sich vielleicht auch der DRB fragen lassen.
Ein Wermutstropfen in der Erfolgsgeschichte des ASV Nendingen am letzten Wochenende war jedoch die Schulterverletzung von Marc Buschle im Kampf in Neuss. Sie machte einen Einsatz in Mainz unmöglich und man kann nur hoffen, dass der Nendinger Spitzenringer bald wieder einsatzfähig sein wird. Zumal er in Neuss zeigte, dass er immer besser in Form kommt und dass er seiner Verletzung trotzend hervorragenden Kampfgeist im Dienst der Mannschaft demonstrierte. Außerdem übt Marc Buschle seit kurzem auch sehr engagiert die Trainerfunktion für die ASV.Jugend aus und konnte sich deswegen auch über die Erfolge seiner Schützlinge sehr freuen.
Als Trainer Volker Hirt vor 4 Jahren die Devise ausgab, die damals in der Bezirksklasse ringende zweite Mannschaft des ASV müsse den Weg in die Oberliga finden, wurde er von vielen nur belächelt. Jetzt aber nach dreimaligem Aufstieg in Folge steht die „Zweite“ nach 5 Siegen in Folge klar an der Spitze der Verbandsliga. Die Möglichkeit des nochmaligen Aufstiegs in die Oberliga wird damit immer realistischer. Wenn man bedenkt, dass die Nendinger erste Mannschaft vor vier Jahren noch in der Oberliga gerungen hat, dann wird der enorme Aufschwung der Nendinger Ringer in dieser kurzen Zeit erst richtig deutlich.
Mattensplitter 2009/1
Artikel vom 02.09.2009, Autor: Fritz Reichle, Views: 321, Kommentare: 0
Die Rollen schienen beim Auftaktkampf zur 1. Bundesliga West in der Aalener Greuthalle klar verteilt. Da waren zum einen die Gastgeber, die sich selbst zu den DM-Favoriten in diesem Jahr zählen, als der klare Favorit. Und auf der anderen Seite stand der ASV Nendingen, der als Aufsteiger des letzten Jahres nur Außenseiter sein konnte. Doch die erfolgsverwöhnten Aalener taten sich dann bei ihrem knappen Sieg unerwartet schwer. Ein Grund dafür könnte in einem Aspekt liegen, der aufmerksamen Zuschauern schon beim Betreten der Halle auffiel. Im Vergleich zum Vorjahr war die Sponsorenwerbung deutlich geringer. Gerade mal 6 Firmen nutzten die Möglichkeit der Bandenwerbung. Und KSV-Präsident Edmund Weizmann sprach dann auch in seinem Grußwort von der schwierigen wirtschaftlichen Lage, die man auch als Chance nutzen könne, um „eine kontinuierliche, stabile Mannschaft ohne einzufliegende Stars zu formen.“ Wenn man den umfangreichen Kader des KSV Aalen mit 15 teuren ausländischen Stars ansieht, von denen am Samstag nur drei zum Einsatz kamen, dann wird es interessant sein, die Entwicklung der nächsten Wochen zu verfolgen.
Die zehn Kämpfe auf der Matte brachten durchweg, wenn auch auf ganz unterschiedliche Art und Weise, spannenden Ringsport. Zwei Begegnungen aber stießen auf besonderes Interesse. Da war der deutsche „Freistil-Klassiker“ der letzten Jahre mit dem Duell von Davyd Bichinashvili und Marc Buschle. Allerdings waren die Vorzeichen für die beiden „ewigen“ Kontrahenten sehr unterschiedlich. Der Aalener steht in der unmittelbaren Vorbereitung für die Mitte September beginnende WM und zeigte sich entsprechend topfit. Marc Buschle hingegen hat nach vielen verletzungsbedingten Problemen und seiner beruflichen Umschulung noch ein Defizit an Mattentraining. Unter diesen Umständen war sein couragierter Kampf ein durchaus positives Signal, dass er im Verlauf dieser Saison sicherlich viele positive Akzente für seine Mannschaft setzen kann.
Und dann war es der Kampf im Freistil-Leichtgewicht, der wohl die Nerven der Zuschauer am meisten strapazierte. Der konzentrierte Konterringer Benjamin Sezgin gewann für die Nendinger Fans etwas unerwartet die ersten beiden Runden gegen einen manchmal zu riskant oder leichtfertig ringenden Florian Schwarz. „Des isch halt Lotte“, war da der Kommentar von Volker Hirt. Zudem wurde der Nendinger hier vom nicht immer ganz sicheren Mattenleiter Ralf Schneider (Lauffen) aus Nendinger Sicht klar benachteiligt. Aber es war halt dann auch „Lotte“, wie er die nächsten drei Runden mit enormem Kampfgeist für sich entschied. Sein Gegner verausgabte sich dabei so sehr, dass er von seinen Betreuern von der Matte getragen werden musste.
Beim Gleichstand von jeweils fünf Siegen war es nach Beendigung natürlich müßig darüber zu streiten, wo die fehlenden Punkte zu einem Sensationssieg hätten geholt werden können. Auch Trainer Volker Hirt und Vorstand Reiner Schilling waren sich einig, dass man mit einem so knappen Ergebnis eigentlich vorher nicht rechnen konnte. „Wir haben den Kampf knapp gestaltet und können damit sehr zufrieden sein. Aber am nächsten Freitag in Freiburg da geht es um den Sieg.“
Auch außerhalb der Matte demonstrierten die Nendinger, dass sie sich mit Aalen durchaus auf Augenhöhe sehen. Vor Kampfbeginn hatte Präsident Weizmann Coskun Efe zur Vizeweltmeisterschaft bei den Junioren und dem langjährigen Hallensprecher Hans Göhringer zum 60. Geburtstag gratuliert. Nach einem entsprechenden Hinweis von Sportfotograf Helmut Bucher informierte der Hallensprecher dann nach der Pause die Zuschauer, dass auch der ASV Nendingen in Sachen Erfolg und Alter was zu bieten habe. Die „Stimme Aalens“ gratulierte im Namen des KSV dem 67-jährigen ASV-Pressewart Fritz Reichle zu seinem WM-Erfolg mit der deutschen Seniorenstaffel über 4x100 Meter.
Mattensplitter 9
Artikel vom 01.12.2008, Autor: Fritz Reichle, Views: 1021, Kommentare: 0
Etwas ungewohnt für die nach Aalen mitgereisten Fans des ASV Nendingen war am Samstag die relativ spärliche Kulisse in der Aalener Greuthalle. Zwar waren es sicher etwas mehr als die im Protokoll aufgeführte Zahl von 191 zahlenden Zuschauern, aber für eine Top-Mannschaft, deren Ziel das Finale um die deutsche Meisterschaft ist, mutet der Zuspruch doch etwas mager an. Der Hallensprecher versäumte es dann auch nicht, darauf hinzuweisen, dass die Nendinger immer über 1000 Zuschauern bei ihren Heimkämpfen begrüßen können.
Besonders freundlich wurde Marc Buschle von den Ringern und Zuschauern in Aalen begrüßt. Von 2000 – 2006 hatte er ja bekanntlich für den KSV Aalen gerungen und in dieser Zeit auch für die Ostälbler den deutschen Mannschaftsmeistertitel miterrungen. Welche Beliebtheit er dabei erworben hat, zeigt die Reaktion eines jungen Aalener Zuschauers bei Beginn des Kampfes von Marc Buschle gegen Emzarios Bentinidis: „Ich glaube in dem Kampf bin ich für den Marc.“
Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Aalenern und den Nendingern zeigten sich auch nach dem Kampf beim gemeinsamen Essen in der Gaststätte des Aalener Trainers und früheren Ringers Anton Nuding. Als Anton Nuding nach einer spendierten Runde in einem Trinkspruch den erstaunlichen Aufschwung und das gute Auftreten der Nendinger würdigte, wurde er von einem der Gäste launig ergänzt: „Aber ihr habt euch heute Abend auf der Matte auch ganz gut gehalten.
“Viele der Ringer, die jetzt über drei Monate hinweg durch hartes Training, schwere Wettkämpfe und vor allem kräftezehrendes Gewichtmachen an ihre Leistungsgrenzen herankommen, sehnen sich nach dem Ende der Mannschaftsrunde. Am kommenden Samstag aber wollen die Nendinger Ringer noch einmal ihr Bestes geben, wenn in der Tuttlinger Mühlauhalle der letzte Heimkampf des ASV gegen den Tabellenführer vom SV Wacker Burghausen steigt. Trotz vieler anstehender anderer Veranstaltungen wird auch hier wieder mit einer großen Zuschauerkulisse gerechnet, denn für viele sind diese Bundesligakämpfe zu einem gesellschaftlichen Muss geworden. Und auch TUTicket will beim letzten Ringerzug dieses Jahres wieder mit einer besonderen Aktion aufwarten.
Mattensplitter 8
Artikel vom 25.11.2008, Autor: Fritz Reichle, Views: 1382, Kommentare: 0
Emotionen pur und Nervenkitzel bis zur letzten Sekunde gab es am Samstag in der Dewanger Wellandhalle beim Bundesligakampf der Ringer zwischen der KG Dewangen und dem ASV Nendingen. Die Anhänger beider Lager wurden in ein wahres Wechselbad der Gefühle getaucht. Waren es zunächst vor allem die rund 70 Nendinger, die nach den ersten drei Kämpfen euphorisch die Nendinger Führung mit 11:1 feierten, dann dominierten im Verlauf der Begegnung mehr und mehr die über 600 Anhänger der Gastgeber, die ihre Ringer bei der Aufholjagd lautstark unterstützten. Oft war es aber schwer auszumachen, ob die Anfeuerung nun beispielsweise „Eddi“ (Barsegjan) oder „Semih“ (Bosyan) galt, und im letzten Kampf war fast ein Gleichklang von „Ronny“ (Sauter) und „Baschti“ (Bentz) zu hören. Zwar waren es am Ende die Dewanger, die ihre Mannschaft und den Sieg begeistert feierten, aber bei den Nendingern machte die anfängliche Enttäuschung über die knappe und unglückliche Niederlage schnell Platz für den Stolz auf die Leistung der eigenen Mannschaft und für die Freude über einen denkwürdigen Ringsportabend, bei dem der ASV Nendingen auf der Matte und neben der Matte eine gute Figur abgegeben hatte.
Einen Zwiespalt der Gefühle gab es auch für Ronny Sauter, den „Helden“ der Heimmannschaft mit seinem in letzter Sekunde errungenen Sieg. Nicht erst seit den Einsätzen seines Bruders Rando beim ASV ist er vielen Nendingern freundschaftlich verbunden. Immer wieder sprudelte es nach Kampfende aus ihm heraus: „Ich hätte euch den Sieg wirklich gegönnt, aber ich wollte nicht wieder 2:3 verlieren.“ Und in der Tat stand ja für Dewangen auch sehr viel mehr auf dem Spiel als für die Gäste. Nur mit einem Sieg konnten sie ihr Saisonziel des Einzugs in die Endrunde sichern.
Einen ähnlichen Zwiespalt musste Kampfrichter Michael Faller (Neuss) nach dem Kampf eingestehen. Im Gespräch mit Trainer Volker Hirt erläuterte er noch einmal seine Entscheidung beim entscheidenden Zwiegriff nach dem Gleichstand nach 5 Runden im letzten Kampf. „Vielleicht wäre ein Losentscheid hier besser gewesen, aber ich musste mich eben für einen der beiden praktisch ebenbürtigen Ringer entscheiden.“ Es spricht für die sportliche Haltung der Nendinger, dass sie diese Entscheidung und die entgangenen Siegchance ohne großen Protest hinnahmen.
Mattensplitter 7
Artikel vom 12.11.2008, Autor: Fritz Reichle, Views: 1458, Kommentare: 0
Der vergangene Samstag war für alle drei Ringermannschaften des ASV Nendingen ein sehr erfolgreicher Kampftag. Die Bundesligamannschaft hat mit dem klaren Sieg in Nürnberg einen ganz großen Schritt zum Erreichen des Saisonziels, dem Klassenerhalt, geschafft. Die Nendinger Zweite hat mit dem Sieg gegen den direkten Verfolger SG Weilimdorf wohl endgültig den dritten Aufstieg in Folge, nun in die Verbandsliga, sicher. Aber die Mannschaft will nicht nur den Aufstieg, sondern möchte unbedingt den Meisterschaftswimpel der Landesliga nach Nendingen holen.
Und die Jugendmannschaft liegt nach einem hart erkämpften Erfolg mit 22:16 gegen den KSV Taisersdorf weiter mit drei Punkten Vorsprung auf die KG Baienfurt an der Tabellenspitze der Bezirksliga B. Bei nur noch zwei ausstehenden Kämpfen bedeutet das praktisch den Einzug in die Endrunde um die Bezirksmeisterschaft. Beim letzten Kampf setzten übrigens die Brüder Steffen und Tim Baur sowie ihr Cousin Robin Baur ihre makellose Bilanz von acht Siegen in Folge fort. Man kann auch hier wieder die Gültigkeit des Sprichwortes vomApfel, der nicht weit vom Stamm fällt, feststellen, denn ihre Väter Markus und Roland gehörten mit ihrem leider früh verstorbenen Bruder Hubert einst selber zu den großen Talenten des ASV Nendingen. Und sie zählen wie beisipielsweise die ehemaligen erfolgreichen Ringer Adolf Rutschmann, Oswald Buschle, Gerd Reichle oder Arthur Behr zu den Betreuern des Nendinger Nachwuchses, die gemeinsam mit Chefnachwuchstrainer Semih Bosyan und neuerdings auch Ghenadie Tulbea sich um die hoffnungsvollen Talente kümmern.
Da ist es kein Wunder, dass es jetzt beim ASV Nendingen Überlegungen gibt, für die nächste Saison die Aufstellung einer dritten Aktivenmannschaft einzuplanen. So könnten einige jüngere Ringer vermehrte Chancen auf Wettkampfpraxis in der Aktivenklasse erhalten und so die Ringerbasis zu erweitern.
Hervorragend sieht es derzeit für die Aktiven des ASV auch bei einem Blick auf die aktuellen Bestenlisten aus. In der 1. Bundesliga Süd steht unter den 147 bisher eingesetzten Ringern Ghenadie Tulbea an erster Stelle. Obwohl er ja einen Kampf aussetzte, führt er die Liste mit 9:0 Siegen und 35:2 Punkten vor allen anderen Assen an. Auf Platz sechs schon wird auch Marc Buschle geführt mit einem Siegverhältnis von 8:2 und 30:8 Punkten.
Aber auch in der Landesliga ist Martin Hirt unter 133 Ringern auf Platz drei mit 9:0 Siegen und 33:0 Punkten ohne Rundenverlust hervorragend platziert. Und auch Valentin Lupu zählt mit 7:1 Siegen und 27:4 Punkten als Neunter noch zu den Top Ten.
Mattensplitter 6
Artikel vom 14.10.2008, Autor: Fritz Reichle, Views: 1382, Kommentare: 0
Die Resonanz auf die Atmosphäre und die Präsentation der Heimkämpfe des ASV Nendingen in der 1. Bundesliga ist offensichtlich bemerkenswert. Alle bisherigen Gastmannschaften zeigten sich außerordentlich beeindruckt von der großen Zuschauerkulisse und der Art und Weise, wie hier der Ringkampfsport inszeniert wird. Trainer wie Christian Kloucek vom SC Anger oder Hüseyin Karaman vom KSV Aalen waren sich einig, dass sie so etwas bisher nur ab und zu in Endkämpfen der Bundesliga gesehen hatten. Ein weiteres Beispiel für die Anerkennung von außen ist der jüngste Bericht in der Schwäbischen Zeitung von Aalen, in dem in Bezug auf den Kampf des ASV gegen Aalen von „einem grandiosen Ringsportabend“ gesprochen wird. „Sage und schreibe 1 200 Zuschauer“ hätten „packende Mattengefechte“ erlebt“. Und Aalener Ringer seien „begeistert von der großen, sportlich fairen Zuschauerkulisse“ gewesen. Da übt sich die heimische lokale Presse eher in vornehmer Zurückhaltung und räumt beispielsweise dem Fußballspiel der Bezirksliga zwischen dem SV Wurmlingen und dem SC 04 Tuttlingen (250 Zuschauer) einen zumindest umfangmäßig wesentlich höheren Stellenwert ein als diesem Höhepunkt der Heimkämpfe in der 1. Bundesliga.
Mattensplitter 5
Artikel vom 22.09.2008, Autor: Fritz Reichle, Views: 1528, Kommentare: 0
Drei Mannschaften liegen im Augenblick mit je zwei Niederlagen am Ende der Tabelle der 1. Bundesliga Süd. Nicht überraschend mit dabei sind der SV Johannis Nürnberg und der Aufsteiger ASV Nendingen, sehr überraschend allerdings auch der KSV Aalen 05. Und so kann es nicht verwundern, dass die Stimmungen auch sehr unterschiedlich sind. Bei den Nendingern ist nach wie vor eine geradezu euphorische und zuversichtliche Stimmungslage dominierend, weil man sich bisher über Erwarten gut präsentieren konnte. Bei den Nürnbergern, dem nächsten Gegner der Nendinger an diesem Samstag, ist nach der Nichtzulassung ihrer drei ausländischen Neuzugänge die anfängliche Niedergeschlagenheit einer Trotzreaktion des „jetzt erst recht“ gewichen. Obwohl sie sich am Wochenende gegen Hallbergmoos geschlagen geben mussten, sprach eine Nürnberger Zeitung von „einer Niederlage, die Mut macht“. Und Trainer Christian Graupeter bewunderte die Moral seiner Mannschaft und lobte sein junges Team: „Wir haben uns super verkauft“.
Ganz anders die Stimmung beim KSV Aalen 05, der vor der Saison seine Meisterschaftsambitionen unterstrichen hat und gleich neun neue Klasseleute verpflichtet hat. Nach der überraschenden Heimpleite gegen Wacker Burghausen war man vor dem Kampf in Anger noch sehr zuversichtlich. Nach der neuerlichen Niederlage gegen den ersten Gegner der Nendinger ist nun aber offensichtlich Katzenjammer und Sprachlosigkeit eingekehrt. Auch zwei Tage nach dem Kampf war auf ihrer Homepage noch kein Bericht über den Kampf in Anger zu finden.
Gesänge und Sprechchöre von Sportfans können manchmal ja sehr gewöhnungsbedürftig sein. Oft kann man aber auch eher originelle und witzige Parolen hören. Zu dieser Spezies gehört wohl auch das, was die Nendinger ASV-Supporters am Samstag in Freiburg skandierten. Als der Freiburger Viktor Reh im Kampf gegen das Nendinger Ass Marc Buschle eher die Flucht suchte und nur sehr defensiv und zurückhaltend kämpfte, reagierten die Nendinger in Anspielung auf seinen Namen mit dem Sprechchor: “Du willst ein Hirsch sein und bist doch nur ein Reh“:
Mattensplitter 4
Artikel vom 16.09.2008, Autor: Fritz Reichle, Views: 1515, Kommentare: 0
Das Landgericht Dortmund hat am Freitag einen Antrag auf Einstweilige Verfügung des SV Johannis Nürnberg abgelehnt. Der DRB hatte den Nürnbergern keine Lizenz für ihre neuverpflichteten Ausländer erteilt, da die entsprechenden Anträge nicht ordnungsgemäß eingereicht worden waren. Mit ihrem Antrag wollten die Franken nun doch deren Einsatz erzwingen, scheiterten damit aber auch vor dem Gericht. Damit ist klar, dass die Ungarn Andras Horvath und Lajos Virag sowie der Rumäne Yvgenyi Valentir in dieser Saison nicht eingesetzt werden dürfen. Trotz zwischenzeitlichen Überlegungen ihre Mannschaft zurückzuziehen, wollen die Nürnberger aber nun die Bundesligasaison mit ihren bisherigen deutschen Ringern durchziehen. Wie schwer das werden wird, ist am letzten Samstag bei der klaren Niederlage gegen die KG Dewangen deutlich geworden. Die Nürnberger dürfen dennoch aber keineswegs unterschätzt werden. Immerhin haben sie mit dem deutschen Meister Tim Schleicher, der in diesem Frühjahr bei der EM gegen Ghenadi Tulbea gar zum Schultersieg kam, und mit mehreren deutschen Jugendmeistern herausragende Talente in ihren Reihen. Auch ohne Ausländer haben sie im letzten Jahr den Klassenerhalt gegen den TUS Adelhausen geschafft. Der ASV Nendingen ist also gewarnt. Die Chancen auf den Klassenerhalt sind mit dieser Entwicklung natürlich zwar gestiegen. Aber die Nürnberger müssen erst einmal besiegt werden.
Mattensplitter 3
Artikel vom 14.09.2008, Autor: Fritz Reichle, Views: 1452, Kommentare: 0
Der erste Kampftag in der 1. Bundesliga Süd hat gleich mit zwei faustdicken Überraschungen begonnen. Zwei der klaren Favoriten haben schon zum Auftakt Heimniederlagen einstecken müssen. Der KSV Aalen 05 unterlag unerwartet gegen den SV Wacker Burghausen mit 21:22 Punkten und noch sensationeller ist die Heimniederlage des SV Hallbergmoos, die gegen die RKG Freiburg 2000 mit 16:18 Punkten den Kürzeren zog. Kurios, dass in beiden Begegnungen die Heimmannschaft zwar jeweils sechs Kämpfe gewann, die Gäste bei nur vier Siegen aber durch Rundengewinnen in den verlorenen Kämpfen dennoch die entscheidenden Punkte für den Mannschaftssieg einfahren konnten. Für Nendingen besonders interessant ist natürlich der unerwartet starke Auftritt der Freiburger in Hallbergmoos. Denn der ASV Nendingen ist am kommenden Samstag, 20.September in Freiburg zu Gast und muss sich nun natürlich auf einen noch stärkeren Gegner als eigentlich erwartet einstellen. Aufmerksam verfolgt man in Nendingen natürlich auch die Auftritte des SV Johannis 07 Nürnberg, der so wie die Nendinger um den Klassenerhalt bangen muss. Wie fast schon erwartet mussten die Nürnberger im ersten Kampf ohne ihre ausländischen Neueinkäufe antreten, für die sie zu spät die Unterlagen für eine DRB-Lizenz eingereicht hatten. So waren sie gegen die KG Dewangen im ersten Heimkampf beim 1:34 völlig chancenlos.
Mattensplitter 2
Artikel vom 10.09.2008, Autor: Fritz Reichle, Views: 1539, Kommentare: 0
Der ASV Nendingen ist stolz darauf, mit Natalie Greiner eine der jüngsten Kampfrichterinnen in Deutschland aufbieten zu können. Die 20-Jährige war bisher schon bei mehreren Jugendturnieren im Einsatz. Am Samstag hatte sie nun ihre erste große Bewährungsprobe in der Mannschaftsrunde der Aktiven. Beim Kampf in der Bezirksklasse zwischen dem AB Wurmlingen und dem KSV Tennenbronn III ließ sie sich keine Nervosität anmerken. Die Tochter des ASV-Webmasters zeigte eine souveräne Leistung und leitete die Begegnung ohne Probleme. Glückwunsch Natalie!
Marc Buschle, der Starringer des ASV Nendingen, ist derzeit bei der Militär-WM im kroatischen Split im Einsatz. Nach einem leichten operativen Eingriff konnte er zwar nicht selbst auf die Matte, hatte aber eine wichtige Aufgabe als Betreuer der deutschen Ringer. Er wird am Dienstag zurückkehren und brennt genauso wie seine ASV-Mannschaftskollegen auf seinen ersten Kampf in der 1. Bundesliga im Trikot des ASV Nendingen am 13. September.
Mattensplitter 1
Artikel vom 05.09.2008, Autor: Fritz Reichle, Views: 1650, Kommentare: 0
Wie das Sportgericht des DRB diese Woche mitteilte, ist ein Verwaltungsentscheid vom 10. Juli aufgehoben. Danach darf der KSV Aalen 05 doch all seine Neuerwerbungen ab 13.09. in der Bundesliga einsetzen. Ursprünglich hatte der DRB beanstandet, dass die Aalener mehrere ihrer Zugänge, darunter auch Andreas Deberny (früher ASV 97 Tuttlingen), nicht rechtzeitig an- oder abgemeldet hätten.
Heinz Marnette (SC Anger) hat am Mittwoch bei den Militärweltmeisterschaften die Bronzemedaille geholt. Der diesjährige deutsche Meister kehrte zur neuen Saison von Ketsch zu seinem Heimatverein zurück. Er wird am kommenden Samstag, 13. September, in der Mühlauhalle in der Klasse 66 kg G für seinen neuen Verein gegen den ASV Nendingen auf der Matte stehen.



