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RKG Freiburg - ASV Nendingen 12:28

Artikel vom 05.09.2009, Autor: Fritz Reichle, Views: 538, Kommentare: 0

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ASV Nendingen gewinnt „Heimkampf“ in Freiburg sensationell mit 28:12

Eine bessere Werbung für den ersten Heimkampf des ASV Nendingen am kommenden Samstag in der Mühlauhalle hätte es nicht geben können. Wer am Freitag in der Staudingerhalle in Freiburg dabei war, wird diesen Ringsportabend so schnell nicht vergessen. Unter den 450 Zuschauern war über ein Drittel aus Nendingen angereist und sie machten diesen Kampf eigentlich zu einem Heimkampf. Angefeuert von ihren begeisterten Anhängern verloren die Nendinger Ringer auf der Matte nur einen einzigen Kampf denkbar knapp mit 2:3. Und dabei hatte dieser Abend ganz schlecht begonnen. Andreas Miekely konnte sich erst nach 18 Uhr von seiner Arbeitsstelle loseisen und kam dann genau zwei Minuten zu spät zum Wiegen. Der Kampf begann für die Gäste also mit einer Hypothek von 0:4 Punkten.
Was dann aber auf der Matte und auf den Rängen bis zum Sieg mit sensationell anmutenden 28:12 Punkten abging, war eine Trotzreaktion der besonderen Art. Auf der Matte kämpften nicht neun einzelne ASV-Ringer, sondern da war eine Mannschaft, die mit letztem Einsatz um jeden einzelnen Punkt kämpfte. Und auf den Rängen dominierten die Nendinger Zuschauer und sorgten für richtige Heimkampfstimmung. Vor allem die erste Hälfte des Kampfes hatte es dann richtig in sich und sorgte für ein ständiges Wechselbad der Gefühle. Die RKG Freiburg hatte sich nach dem letzten Kampf auf vier Positionen wesentlich verstärkt und brachte mit Marian Sandu, Arsen Saisov, Jesse Federov und Renato Kun erstmals vier renommierte ausländische Zugänge zum Einsatz. Doch ihre Rechnung sollte nicht aufgehen.

Zunächst sorgte Ghenadie Tulbea (55 kg F) gegen den deutschen Jugendmeister Simon Ketterer mit einem souveränen Überlegenheitssieg für die erhofften vier Punkte. Nachdem Patrick Schwendemann (120 kg G) für Freiburg durch seinen kampflosen Sieg ausgeglichen hatte, sorgte Baris Diksu (60 kg G) für den ersten Nendinger Paukenschlag. Dem mehrfachen Welt- und Europameister Marian Sandu nützte seine ganze Erfahrung nichts, als der ASV-Ringer sich mit einer glänzenden Energieleistung in allen drei Runden knapp nach Punkten durchsetzte. Sein Sieg mit 3:0 setzte ein Zeichen für den unbändigen Siegeswillen der Nendinger, die an diesem Abend nicht zu bremsen waren. Da ließ sich auch ein entschlossener Marc Buschle (96 kg F) nach unglücklich verlorener 1. Runde vom enorm verbesserten Viktor Reh nicht aufhalten und baute mit seinem letztlich doch klaren Sieg die Nendinger Führung auf 10:5 aus.
Was dann aber Florian „Lotte“ Schwarz (66 kg F) im Kampf gegen den starken Russen Arsen Saidov leistete, strapazierte das Nervenkostüm des ASV-Anhangs bis aufs Äußerste. Schon in der 1. Minute schien in scheinbar aussichtsloser Brückenlage eine Schulterniederlage unvermeidbar. Dass er sich daraus aber doch wieder befreien konnte und dann den teilweise sehr unfair agierenden Favoriten trotz einiger fragwürdiger Entscheidungen des Mattenleisters Schmitt (Hessen) doch noch mit 3:2 Runden besiegen konnte, war eine Energieleistung der absoluten Sonderklasse. Kein Wunder, dass der enthusiastische ASV-Anhang diese Vorstellung und die Pausenführung von 13:7 begeistert feierte.
Den einzigen Freiburger Sieg gab es dann durch den Ungarn Renato Kun, Vize-Weltmeister der Junioren 2006, der sich gegen einen aufopfernd kämpfenden Sergios Solontkis (84 kg G), mit etwa Glück hauchdünn in der 5. Runde mit 3:2 durchsetzen konnte. Hervorragend dann auch die Leistung von Benjamin Raiser (66 kg G), der gegen den französischen Spitzenringer Jesse Federov im Standkampf immer aktiver war und in der Bodenlage genügend Punkte sammelte, die fast sogar für einen Überlegenheitssieg gereicht hätten. Den holte sich dann Konstantinos Karpouzas (84 kg F), als er mit seinen blitzschnellen Attacken den französischen Juniorenmeister Stephane Marczinski immer wieder unter Druck setzte und sich von den Fans für seinen Sieg mit 11:0 Punkten feiern lassen konnte. Damit stand schon der Sieg für Nendingen fest. Bastian Bentz (74 kg F), konzentriert und zuverlässig wie immer, baute die Führung aber durch einen Punktsieg gegen den diesjährigen deutschen Jugendmeister Lukas Schöffler noch weiter aus. Eduard Kratz (74 kg G) schien im letzten Kampf ausgerechnet bei seinem bisherigen Verein eine Niederlage gegen den starken Bogdan Eismont hinnehmen zu müssen. Als der sich aber in den ersten beiden Runden ausgetobt hatte, setzte sich „Eddy“ aber doch noch konditionell stark und taktisch glänzend disponiert gegen seinen Nachfolger im Freiburger Trikot mit 3:2 Runden durch.

Für den ersten wirklichen Heimkampf in der Mühlauhalle am Samstag, 12. September, ist dieser Sieg natürlich eine glänzende Ausgangsposition. Und die vermutlich zahlreichen Zuschauer können sich auf ein weiteres Ringsporterlebnis erster Güteklasse freuen.

Katgeorien

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