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Zu Ende gedacht

Artikel vom 27.02.2012, Autor: Kai Blandin, Views: 2429, Kommentare: 0

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Zu Ende gedacht

Bericht aus der Heimkampf-Zeitschrift „Hüftschwung“ des ASV Nendingen

Schon vor der laufenden Saison hatte er sich so seine Gedanken gemacht. Ob er es noch mal packt, ob er sich das noch mal antun möchte. Damals konnte er sich diese Fragen mit einem „ja“ beantworten. Nun aber gibt Marc Buschle seinen Rückzug aus der Bundesliga-Mannschaft des ASV Nendingen bekannt.

Die Zeiten ändern sich. Auch für Einen, dessen Lebensinhalt bisher fast ausschließlich das Ringen war. Nach zwölf Jahren Bundesliga ist für Marc Buschle am Ende dieser Saison nun Schluss. Zu vieles lässt sich in Zukunft mit dem aufwendigen Leben eines Vollzeit-Ringers nicht mehr vereinbaren. „Für mich beginnt nächstes Jahr ein neuer Abschnitt“, erklärt der 32-Jährige durchaus entspannt. „Ich werde im Januar Vater, wir wollen unser neues Haus umbauen und zudem werde ich erstmals richtig ins Berufsleben einsteigen.

“Eine Entscheidung, die über einen längeren Zeitraum gereift ist. Schon am Ende der Saison 2010/2011 machte sich der Schwergewichtler bis 84kg so seine Gedanken. Eine Saison, die nicht so schlecht gelaufen war, an deren Ende eine zufriedenstellende Bilanz von 60 Prozent Siegen stand. „Ich wusste, ich habe noch ein Jahr Schule vor mir und damit noch genug Zeit fürs Training“, sagt Marc Buschle. „Und ich konnte auch mit dem Gedanken leben, dass die kommende Saison eventuell etwas schlechter laufen würde.“ Um es nicht soweit kommen zu lassen, hat sich der mehrfache Deutsche Meister noch mal richtig reingehängt, hat sogar mehr trainiert als in den Jahren zuvor. Dennoch steht in der laufenden Saison noch kein Sieg zu Buche. „Auch das hat bei meiner Entscheidung sicherlich eine Rolle gespielt“, gibt er zu. „Meine Gewichtsklasse habe ich noch nie auf einem so hohen Niveau erlebt, wie in diesem Jahr.“Wie gesagt, die Zeiten ändern sich. Und Marc Buschle wollte und musste sich den Realitäten stellen. Zum Beispiel der, dass er schlicht nicht mehr genügend Zeit haben wird und mit diesen eingeschränkten Möglichkeiten dann „in der Bundesliga nichts mehr zu suchen“ hat, wie er sagt. Nach vielen Jahren in der Sportfördergruppe der Bundeswehr begann er vor einem Jahr an der Technikerschule, die er nun im nächsten Sommer abschließen wird. Es stehen Prüfungen an, danach wird er zum ersten Mal in seinem Leben Bewerbungen schreiben, um einen guten Job zu bekommen. „Ich sehe das als neue Herausforderung und ich bin in diesem Bereich genauso ehrgeizig, wie ich es immer im Sport war“, so der gelernte Chirurgiemechaniker.

Doch so ganz möchte er auch den „alten“ Ehrgeiz noch nicht ablegen. Sein Abschied aus der Bundesliga soll kein Abschied vom Ringen sein. Dazu hat ihm der Sport über die Jahre zu viel gegeben. „Jedes Erlebnis beim Ringen hat die ganzen Entbehrungen gerechtfertigt“, befindet Marc Buschle. „Ich habe durch das Ringen viele Menschen kennengelernt und habe viel von der Welt gesehen. Das hat mich auch menschlich extrem weitergebracht.“ Wie sein starkes soziales Engagement unter anderem für den Verein „Mutpol“, für den er als Botschafter tätig ist, zeigt. Dieses Engagement wird er weiterführen, ebenso wie seinen Sport. Marc Buschle wird dem ASV Nendingen erhalten bleiben. „Ich möchte schon noch zwei bis drei Jahre Ringen“, erklärt er. „In der zweiten Mannschaft möchte ich auf jeden Fall weiter machen, der Aufwand ist dort ein wenig geringer. Wenn es aber in der Bundesliga-Mannschaft brennt, stehe ich selbstverständlich als ‚Aushilfe‘ zur Verfügung.“ Ob er darüber hinaus für den Verein irgendwann auch in anderer Form tätig werden möchte, lässt er zunächst offen.

Nun aber stehen erst einmal seine letzten Kämpfe im „Oberhaus“ an. Sieben werden es wohl noch sein. „Da habe ich dann schon mal ein bisschen gerechnet“, gesteht Marc Buschle. „Nur noch sieben.“ Und die möchte er auf jeden Fall zu einem guten Ende bringen. „Ich werde wie immer alles geben“, verspricht er. „Auch für die Zuschauer.“

Katgeorien

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