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ASV Nendingen - KSV Seeheim 29:13

Artikel vom 18.10.2009, Autor: Fritz Reichle, Views: 620, Kommentare: 0

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ASV Nendingen besiegt den KSV Seeheim unerwartet klar mit 29:13

Die Bundesligamannschaft des ASV Nendingen hat am Samstag in der mit 1 200 Zuschauern gefüllten Mühlauhalle über Erwarten stark aufgetrumpft. Gegen den bis dahin mit den Nendingern punktgleichen Aufsteiger gab es einen imponierenden Sieg mit 29:13 Punkten. Auch Trainer Volker Hirt hatte vorher mit einem sehr knappen Ergebnis gerechnet. Umso stolzer war er dann über den Triumph seiner durchweg überzeugenden Ringer.
Auch wenn man eigentlich aus der homogenen Mannschaft niemanden herausheben sollte, so stach an diesem Abend doch der sensationelle Schultersieg von Marc Buschle über den lettischen EM-Fünften Imants Lagodskis hervor. Trotz schmerzhafter Verletzung besiegte er in der 2. Runde seinen völlig verdutzten Gegner entscheidend und leistete damit einen wesentlichen Beitrag zur vorentscheidenden Pausenführung von 14:6. Die Nendinger liegen nach diesem Heimsieg mit 6:8 Punkten nur einen Rang hinter dem KSV Aalen auf Platz 6 der Bundesliga West und haben am nächsten Samstag die Chance, durch einen möglichen Sieg bei der RG Hausen-Zell sich endgültig im Mittelfeld zu etablieren.
Ghenadie Tulbea (55 kg) holte im ersten Kampf den erhofften und von den Fans lautstark eingeforderten Vier-Punkte-Sieg. Wie so oft begann er gegen den lettischen Meister Eduards Kucepalovs sehr ruhig, drehte dann aber in Runde 2 und 3 mit Angriffen wie aus dem Freistillehrbuch gewaltig auf und feierte gar einen Schultersieg. Andreas Miekeley (120 kg) beeindruckte bei seinem 3:0-Sieg gegen den körperlich sehr starken Tobias Bauer durch eine sehr kluge Kampfführung. Nachdem er sich per Durchdreher die 1. Runde gesichert hatte, überließ er dem Gast im Bodenkampf die Oberlage, die dieser aber zu keiner Punktewertung nutzen konnte. Einen sehr unbequemen Gegner hatte Baris Diksu (60 kg) in Timur Seidel. Nachdem der sich sogar zwei Runden gesichert hatte, drehte der gesundheitlich angeschlagene Nendinger den Kampf mit einer wahren Energieleistung doch noch in 5 Runden zu seinen Gunsten. Marc Buschle (96 kg) imponierte anschließend von Beginn an mit einer sehr couragierten und konzentrierten Ringweise. Obwohl er den ersten Durchgang unglücklich mit 0:1 abgab, ließ er sich nicht irritieren und überraschte den favorisierten Gast mit einem blitzschnellen Angriff, in dem er unter dem Jubelsturm der Zuschauer seinen Gegner auf die Schultern zwang. Einen schweren Stand hatte Florian Schwarz (66 kg) gegen den deutschen Vizemeister Michél Schneider. Nach verlorener 1. Runde suchte „Lotte“ sein Heil unverdrossen immer mehr in mutigen aber riskanten Griffaktionen, die der clevere Gast jedoch häufig gnadenlos konterte und Punkt um Punkt zum Überlegenheitssieg sammelte. Imponierend nach der Pause wieder die Vorstellung von Sergios Solontkis (84 kg). Gegen den ungarischen Meister Laszlo Antunovits gab er nur eine Runde ab, holte sich aber unter anderem mit 2 Dreier-Wertungen aus dem Stand den nicht unbedingt zu erwartenden deutlichen Punktsieg. Beeindruckend auch Einsatz und Kampfgeist von Benjamin Raiser, der sich immer besser in der neuen Klasse bis 66 kg etabliert. Gegen den gewiss nicht schlechten Cihan Görgü baute er mit seinem souveränen Punktsieg die Nendinger Führung auf 20:8 aus. Keine große Mühe hatte dann Konstantinos Karpouzas (84 kg), der gegen den sehr ruppig agierenden Stefan Hassenzahl nach klarer Überlegenheit sogar zum Schultersieg kam. Trotz seiner ganz knappen 2:3-Niederlage bot auch Bastian Bentz (74 kg) wieder eine glänzende Leistung. Martin Daum, 2007 WM-Starter für Deutschland, kam erst in Runde 4 und 5 mit gekonnten Ein-Bein-Angriffen zu den entscheidenden Punkten für seinen hauchdünnen Sieg. Einen absoluten Klassekampf sahen die Zuschauer in der letzten Begegnung zwischen zwei Spitzenringern im griechisch-römischen Stil. Wie sich Eduard Kratz (74 kg) dann doch noch in der 5. Runde gegen den bärenstarken ungarischen Meister Zoltan Lakatos durchsetzte, war wirklich Ringen vom Feinsten. Schade nur, dass der ansonsten insgesamt gut leitende Kampfrichter B.Vollmer (Mühlenbach) den vom Publikum geforderten Schultersieg von „Ede“ kurz vor Schluss nicht anerkannte.
Der Kampfverlauf
(Nendingen zuerst genannt): 55 kg (F): Ghenadie Tulbea – Eduards Kucepalovs 4:0 (SS bei 3:0/6:0/3:0). – 120 kg (G): Andreas Miekeley – Tobias Bauer 3:0 (PS 2:0/1:0/1:0). – 60 kg (G): Baris Diksu – Timur Seidel 3:2 (PS 4:0/0:2/0:2/1:0/1:0). -96 kg (F): Marc Buschle – Imants Lagodskis 4:0 (SS bei 0:1/3:0). -66 kg (F): Florian Schwarz – Michél Schneider 0:4 (TÜ 2:4/0:6/0:5). – 84 kg (G): Sergios Solontkis – Laszlo Antunovits 3:1 (PS 6:1/1:0/0:1/2:0). – 66 kg (G): Benjamin Raiser – Cihan Görgü 3:1 (PS 3:0/0:2/1:0/2:1). – 84 kg (F): Konstantinos Karpouzas – Stefan Hassenzahl 4:0 (SS bei 7:0/6:0/3:0).- 74 kg (F): Bastian Bentz – Martin Daum 2:3 (PS 1:0/0:1/3:1/0:2/2:3). – 74 kg (G): Eduard Kratz – Zoltan Lakatos 3:2 (PS 1:3/4:0/3:0/0:1/3:0). Endstand: 29:13

Katgeorien

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